Donizetti: Viva la mamma

„Viva La Mamma” ist einer der beiden Titel der zweiaktigen komischen Oper von Gaetano Donizetti. Der andere lautet „Le convenienze ed inconvenienze teatrali“, was so viel heißt wie „Die Sitten und Unsitten des Theaters”. Und genau um diese geht es in der Parodie auf den zeitgenössischen Opernbetrieb.Da gibt es eine hochmütige Primadonna, die mit ihrer virtuosen Gesangstechnik brillieren möchte und versucht, dem Librettisten ihre recht eigenwilligen Vorstellungen der szenischen Darstellung der Oper „Romulus und Ersilia“ aufzudrängen. Dann ist da der Tenor, der sowohl mit Stimm- als auch mit Sprachproblemen kämpft, und eine zweite Sängerin, deren Künste ihrer Meinung nach viel zu wenig zur Geltung kommen. Vermutlich hätte man ihre Wünsche überhaupt nicht beachtet, wenn da nicht ihre Mutter wäre! Die resolute „Mamma Agata“ stört die Opernprobe und setzt sich vehement für ihre Tochter ein. Ihr schärfster Kontrahent ist der Ehemann der Primadonna, der die Belange seiner Gemahlin nicht minder heftig vertritt.

VIVA LA MAMMA entstand in einer schöpferisch ertragreichen Zeit: acht Opern schuf Donizetti in den Jahren 1827/28, die er zum Teil selbst dirigierte – Möglichkeiten genug, um die Sitten und Unsitten der Theaterleute hautnah mitzuerleben und schließlich überzeugend zu persiflieren. Als Vorlage für sein selbstverfasstes Opernlibretto diente ihm eine Farce des italienischen Dramatikers Antonio Simone Sografi. Der Stoff bot Donizetti Raum für eine zugleich karikierende wie hochvirtuose Musik, in der er die traditionellen Formen und Inhalte der Gattung Oper gehörig auf die Schippe nimmt. Ein ganz besondere Reiz von VIVA LA MAMMA liegt in der Besetzung der Titelfigur: die Mamma wird von einer tiefen Männerstimme gesungen.